Glossar

Identifikationsgröße, Zielgröße, Einflussgröße

Die Merkmale, die in einer Untersuchung betrachtet werden, haben im Versuchsplan dieser Untersuchung unterschiedliche Aufgaben. Sie können auftreten als

 
Identifikationsgrößen braucht man zur Identifikation der Beobachtungseinheiten. Dies wird z. B. bei Fehlerkontrollen erforderlich. Wenn z. B. bei Plausibilitätsbetrachtungen unmögliche Werte festgestellt werden, kann man nur mit Hilfe einer Identifikationsgröße feststellen, zu welcher Beobachtungseinheit dieser Wert gehört. Außerdem braucht man Identifikationsgrößen, wenn in einer Untersuchung Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt werden müssen.
 
Beispiel 1.3
In einer klinischen Untersuchung sollen anamnestische Daten, Labordaten und Röntgenbefunde ausgewertet und in Beziehung gesetzt werden. Dies ist nur möglich, wenn es eine Identifikationsgröße gibt, die in allen drei Datensätzen vorliegt - z. B. eine Krankenblattnummer oder Name, Geburts- und Aufnahmedatum des Patienten.

Nur über diese Identifikationsgröße bzw. Identifikationsgrößen ist es möglich, die Daten, die zum gleichen Patienten gehören, zusammenzuführen. Dieses Beispiel zeigt auch, dass zur Identifikation möglicherweise mehrere Merkmale erforderlich sein können.
 
Zielgröße nennt man das Merkmal, das der eigentliche Gegenstand der Untersuchung ist. Eine Untersuchung kann mehrere Zielgrößen haben.
 
Beispiel 1.4
In klinischen Studien zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) sind mögliche Zielgrößen

  • die Überlebenszeit
  • die Zeit bis zum Auftreten eines Rezidivs
  • die Lebensqualität der behandelten Patienten.

Einflussgrößen nennt man die Merkmale, die einen Einfluss auf die Zielgröße haben. Meist ist es Gegenstand der Untersuchung, einen solchen Einfluss nachzuweisen, ihn genauer zu beschreiben oder auch nachzuweisen, dass kein Einfluss besteht.
 
Beispiel 1.5
In klinischen Studien zur Behandlung der AML sind mögliche Einflussgrößen

  • das Alter
  • die Therapie
  • der Zelltyp
  • das Geschlecht.

Natürlich kann man in einer Untersuchung nicht alle Einflussgrößen erfassen. Man nennt die erfassten Einflussgrößen Faktoren, die nicht erfassten Störgrößen.
 
Beispiel 1.6
In klinischen Studien zur Behandlung der AML sind mögliche Störgrößen

  • Stresssituationen
  • psychische Situationen.

Die Faktoren unterscheidet man weiter in zuteilbare und nicht zuteilbare Faktoren. Die zuteilbaren Faktoren werden den Beobachtungseinheiten zugeteilt, die nicht zuteilbaren sind fest mit den Beobachtungseinheiten verbunden.
 
Beispiel 1.7
In klinischen Studien zur Behandlung der AML ist z.B. die Therapie ein zuteilbarer Faktor und das Geschlecht ein nicht zuteilbarer Faktor.